Angefangen: 19.09.2024 Margraf Carl Philipp von Brandenburg. Trauerspiel in drei Aufzügen. Erster Aufzug. Ein Garten am Gebirge, in der Ferne des Thales ein durch alte Mauern und Thürme gesichertes Schloß. Flüchtige Landleute mit einiger geretteter Habe ziehen an dem Schloß vorüber indem sie singen: Fluch den Freunden, Fluch den Feinden. Fluch dem bösen Kriegsgebrauch, Flüchtig ziehen die Gemeinden, DÖrfer sind ein flüchtger Rauch. Säh die Gräfin unser Schrecken, Nähm sie uns im Schlosse auf, Doch kein Diener will sie wecken, Weiter drängt des Krieges lauf. Markgraf Carl Philipp von Brandenburg und der Prinz von Hessen treten schweigend auf. Hessen (nach einer Pause). Was siehst du hier so aufmerksam umher Nachdem du lange ganz in dich versunken, Du scheinst zu sprechen und ich hör dich nicht, Du regst die Lippen und verbeißest dann Den eingefangnen Worten ihren Ausweg, Du reibst die Stirn und schüttelst mit dem Kopfe, Und athmest schmerzlich aus beklemmter Brust, Indeß das Lager dir zu Ehren jubelt. Brandenburg. Ich rede so in mir mit todten Freunden, Die gestern jubelnd mir zur Schlacht gefolgt, Und heute in der fremden Erde lauern Ob Schuß auf Schuß, ob Schwert an Schwert erklingt, Ob wir den Sieg nicht aus den Händen lassen, Den sie an ihre Herzen sterbend drückten; Das sind die Ehrenschüsse die sie fordern, Nicht jene, die wir müßig ihrem Grab Mit unsrer Thränen letztem Opfer brachten, Ach diese Stille bringet ihnen Gram, Und jener Jubel spottet ihres Leids. Hessen. Du quälst dich Freund, wo dich kein Vorwurf trifft, Du hast gehandelt und du hast gesprochen. Brandenburg. Jetzt fühl ich das Vergebliche des Eifers, Der mich dem Dienst des Herzogs hielt gebunden. Hessen. Dein Glaube wankt, du giebst mir endlich recht, Dem Herzog ist es mit dem Krieg kein Ernst, Wir helfen ihm, er sorget nur für sich. Brandenburg. Still steht mir der Verstand vom Waffenstillstand, Und meines Herzens Uhr ist abgelaufen Die für den Herzog schlug in mancher Schlacht, Jetzt schlägt die Stunde, die den Sieg von gestern Im größeren Erfolg verkünden sollte. An diesem Berg erdrückten wir den Feind, Verschlossen war ihm jeder Weg des Rückzugs. Gelt Vetter, heute wären wir im Zuge. Hessen. Die Unterhändler thun für uns den Zug, Ich schwöre daß ihr Netz gefüllt mit Geld. Hessen. Die Unterhändler thun für uns den Zug, Ich schwöre daß ihr Netz gefüllt mit Geld. Brandenburg. Ein Blutgeld ists und wird ihr Netz zerreißen, Das aus der schwächsten List getrickt, verstockte. Hessen. Sie reden heute von geschontem Blut Und von Gefahren die wir nicht erkennen. Brandenburg. Sie sehen die Gefahr um sie vorüber Wenn wir die Todeskluft mit Tapfern füllten Und könnten sicher nun hinüberschreiten, Dann sehn sie erst, daß sie am Abgrund standen Und ihre Furcht hinkt unterm Zutraun nach, Sie können nicht den Siegeswagen lenken, So hemmen sie ihn in dem stolzen Lauf. O, wer sein eignes Blut nicht dran gesetzt, Der kann den Werth vergoßnen Bluts nicht schätzen. Wenn wir nach langer Jagd den Tisch besetzt, So setzen sie sich ohne Hunger dran. Wir müssen sehn, wie sie verschmähn das Beste Und um den Abhub sich dann töricht reißen. Hessen. Die beste Speise lassen sie verrauchen, Des Glückes Gabe, die Begeisterung Die schlechten Fürsten Großes unterschiebt. Von diesem kleinen Herzog mach dich los, Er ärgert sich daß er zum Krieg nicht brauchbar, Im Frieden war ihm alles unterthänig, So macht er Frieden um sich selbst zu schmeicheln. Mach deinen Frieden auch mit König Ludwig Der dir schon mehrmals seine Hand geboten, Wir zwingen deinen Bruder dir das Land Und mir die Schwester, meine Braut, zu geben. Brandenburg. Dem Bruder gönn ich reichlich alles Unglück, Doch meinem Lande mag ich es nicht bringen, Und meines Vaters Stimme hör ich noch: Mit diesem Ludwig giebt es keinen Frieden. Hessen. Gebrauche ihn wie er dich brauchen will, Und herrschest du, so dank ihm mit dem Schwert; Erfüllst du deines Vaters Testament, So hast du seinen Segen auch mit dir. Brandenburg. Zu fern ist dieses Ziel für meine Augen, Das fordert Jahre und ich leb der Stunde; Der König Ludwig denkt auf ein Jahrhundert, Nie mach ich einen Plan aufs nächste Jahr. Hessen. Er hat ein voll Jahrhundert bald erreicht, Du aber stehst noch in dem ersten Viertheil, Du steigst im Glanz, wenn er schon lang versunken, Im eignen Reich wird Zukunft dir geboren, In Kindern wird dir diese Zukunft wachsen. Brandenburg. Du denkst an Kinder, denn du bist verliebt, Bis heute war die Ehre meine Braut, Ich suchte sie mit selgem Vorgefühl Doch sie verschloß sich mir, ich kenn sie nicht. Hessen. Nein gestern hast du ihre Gunst genossen. Brandenburg. Am Herzen trag ich freilich eine Wunde, Jetzt fühl ich sie, jetzt fühl ich ihre Schmerzen, Nun mir der süße Lohn des Tages fehlt. Das Leben ist doch seltsam, ungewiß, Sieh diesen Stich, gerade auf dem Herzen, Den mir der Fahnenträger sterbend gab Als ich die Fahne ihm entrissen hatte. Er wäre töricht mir gewesen, hätte Der Fahne dichte Stickerei sich nicht Mir kämpfend wie ein Harnisch umgelegt. Hessen. Bei Gott, da war dir Glück und Unglück nah. Brandenburg. Ich konnte niemals wünschenswerther sterben, In meiner vollen Kraft, im ersten Sieg, Ein solcher Tod war meiner Sehnsucht Ziel. Nun ärgert mich die Wunde, weil sie schmerzt, Und weder Sieg noch Tod mir hat bedeutet. Hessen. Ich will des Herzogs Wundarzt rufen! Brandenburg. Nein, Ich traue keinem in des Herzogs Diensten. Wenn nur der Degen nicht vergiftet war, Die kleine Wunde schmerzt so seltsam tief. Kral. Vertrauet mir mein guter gnädger Herr, Wie ihr es sonst gethan in jungen Jahren, Erlaubt mir Herr, daß ich euch sympathetisch, Wie es in meinem Volke stets geschieht, Mit eurem eignen Schwerte heilen mag. Gedenkt wie ich die Rose und das Fieber In eurer Kindheit euch besprochen habe. Brandenburg. Ich weiß es nicht warum ich mich jetzt scheue Vor dem Geheimniß, das mir lächerlich. Hessen. Wie führst du Alter deinen Zauberdegen, Mit welchen Worten giebst du dir die Kraft? Kral. Den Degen dürft ihr sehn in seiner Schwingung, Die mit dem heilgen Kreuz beginnt und schließt, Doch meinen Spruch vertrau ich nur den Meinen. Hessen. Gebrauchst du die Spitze oder Schneide hier? Kral. Die Spitze, weil ein Stich zu heilen ist. Hessen. Der Aberglaube hat doch seine Regel, Und gleich dem Glauben kommt er ohne Willkühr. Gerade so verband mich meine Mutter Wenn ich als Knabe mich geschnitten hatte, Doch brauchte sie das Messer statt des Degens. Kral. Sie hatte recht, die Wunde kam vom Messer, Ich kannte wohl die Landgräfin, sie hatte Von unfern Leuten mancherlei gelernt. Brandenburg. Es giebt kein stolzer Volk als diese Wenden, Hast du den Spreewald je gesehen Vetter? Hessen. Den Urwald, den kein Sonnenstrahl durchscheint? Brandenburg. Der ist die Mauer nur von ihrem Staat, Denn innen giebt es weite lichte Wiesen Die in der kurzen Zeit der Trockenheit Ein mächtig Gras aus diesem Sumpf erheben, Die Spree befruchtet wie der Nil Egypten, Sie windet sich hindurch in tausend Bächen, Die einzge Straße zwischen allen Häusern, Die ganz aus Holz erbaut, auf Holz begründet Im Frühjahrwasser nur wie Schiffe scheinen, Die auf dem breiten See geankert liegen. Doch fällt das Wasser, siehst du erst die Gärten Wie kleine Inseln rings bei jedem Hause, Denn künstlich sind sie auch auf Holz erhöhte, Mit großer Müh zusammengetragne Erde, Und werden auch mit großer Kunst erbaut, Und tragen Korn das über alles Maaß, Und sind bekränzt von bunten Rosenhecken. Wie Ameisen kommen Menschen dann heraus, Wie Frösche schwimmen schon die kleinen Kinder, Kein Wagen und kein Karrn ist da gesehn, Kein Pflug hat je die Erde da durchschnitten, Kein Roß hat seinen Huf darauf gesetzt, Und nie sind Kinder weidend da gesehen, Sie leben in dem Stall wo sie geboren, Wenn sie zu Schiffe nicht hinausgebracht Um in Berlin der Reichen Tisch zu füllen Mit ihrer Fülle, ihrem Wohlgeschmack; Sie sind der einzge Reichthum dieses Sumpfes In den kein Todter je begraben ward, Auf dem noch Greise stark in Jugendmuth Von einer Vorzeit reden, die kein andrer sah. Hessen. Kein Todter ist begraben in dem Land? Kral. Wir führen sie zum Lande unsrer Väter, Zum festen Land, das uns die Deutschen raubten, Nur in den Spreewald drangen sie nicht ein, Wir trieben gegen sie die Mücke ???, Von deren Anzahl Hirsch und Eber sterben, Wir aber wissen sie mit Rauch zu bändgen Und schicken gegen sie die Himmelspferdchen Die blau gepanzert uns beim Heu umschwirren, So bauten wir ein künstlich Reich auf Wasser. Hessen. Ein neu Venedig kann daraus erwachsen Wenn einst im ewgen Wechsel Wenden herrschen, Wir Deutschen euch die Mücken fangen müssen. Brandenburg. Sieh Hessen, wie des Alten Augen glänzen, Er denkt sich schon mit seiner Wendenkrone. Kral. Ich fühl mich reich in meines Volkes Kräften, Wer mag die Hoffnung eines Volks begrenzen Zu dem noch jährlich Gott in Blitzen spricht, Die in den heilgen alten Eichen schlagen, Daß neue Heilkraft drin gebunden wird Die dann zu uns in der Berührung strömt. Ich fühl mich stark in meinem innern Leben, Ich fühl die Kraft in meinen Fingerspitzen; Jetzt gebt den Degen und seid nicht verwundert Wenn ich im Eifer der Verschwörung frage Was ich sonst weiß, ihr müßt mir Wahrheit sagen, Und zwinget euch zum Ernst und auch zum GLauben. Es kostet nichts und bringet euch das Heil. Brandenburg. So streich nur zu, das Fragen macht mir Luft. (Kral schwingt den Degen mit großer Geschicklichkeit und Schnelligkeit indem er etwas flüstert.) Brandenburg. Nun Alter, ist das nicht ein Zauberwesen Wie alte Hexen üben, die den Besen Sich satteln, warst du ihr Stallmeister Freund? Kral. Das ist kein Zauber, nein, es hilft dagegen, Es birgt die Zauberei sich überall Besonders wo der Leib beschädigt, offen, Wir müssen jede Wund im Geiste reinen, So wird sie sich in ihrer Tiefe schließen. Das Wort ist fremd, das Wort ist offenbaret, Es hat geweihet alle Sakramente, Im Wort ist aller Welt das Heil gekommen, Und durch das Wort wird jedes Zeichen mächtig, Darum muß ich die fremden Worte brauchen Um dir zu helfen, sprich, wie heißt du Strom Der da mit blutgen Wellen in dir fließt, Wer war dein Vater, sage das in Wahrheit. Brandenburg. Ich heiße Carl Philipp von Brandenburg, Und wer mein Vater ist, das weiß die Mutter. Kral. Wen nannte deine Mutter dir als Vater? Brandenburg. Das ist ein seltsam Fragen hols der Teufel, Sagst du mein Vater wär ein andrer Mann, So müßt ich dich zu meiner Ehre schlachten, Sag mir, wer war dein Vater alter Kral? Kral. Er ist der Wenden König Primislav. Brandenburg. Zum Henker so bist du wohl auch ein König? Kral. Die Zeit ist nah, mein Vater steht am Rand des Grabes, wo die Erde nachsinkt, bald Wird Kral die goldne Wendenkrone tragen. Brandenburg. Nun laß mich los, das Zeug verwirrt mein Hirn. (Er springt auf.) Du bist ein Königssohn und dienest mir! Nimm deine Krone, laß mir meine Wunde. Kral. Ihr thur euch Schaden lieber gnädger Herr, Und euer Herz steht so offen allem Bösen Wenn ihr mein' heimlich Werk so unterbrecht, Was kränket euch die Hoffnung meines Stamms, Ist eurem Haus doch gleiches Glück beschieden, Und eine Königskrone wird es tragen. Brandenburg. Du weißt von dieser Eitelkeit des Bruders, Doch diese Fabel wird wohl nimmer Wahrheit. Nun wenn du alles siehst im innern Licht, So sag auch mir, ob mir das Erbe werde, Was mir der Bruder geizig hat entzogen. Kral. Vorüber ist der Blick, verhallt die Stimme, Sie bleibt vielleicht auf immer fern von mir, Ihr habt mich ohne Willen überlistet, Ihr habt verrathen meines Volks Geheimniß, Und diese Wehmuth füllt die alten Augen. Brandenburg. Nun tröste dich in dem Vertrauen Freund. Hessen. Das Größte wissen wir, nun darfst du fragen Warum du dienend dich hast angekettet An ein Geschick das feindlich dir und fremd. Brandenburg. Und wenn du manchen Hieb von mir gewendet, Vom Sohn des Hauses, das dein Land beherrscht, Erzähle Fürst, mich plagt die Neugier auch. Kral. Ihr nennet mich zum Spotte einen Fürsten Und meinet daß ich alter Mann schon fasle, Doch schwör ich euch bei meiner Königseiche, Es dienen meinem Vater Millionen Von Serben, Wenden, Slaven, die im Kampfe Mit Deutschen sich zerstreuten von der Ostsee Bis zu der Türkengrenze in Kroatien, Als Brandenburg vom Bären eingenommen. Brandenburg. Und welche Zeichen trägt er von der Würde? Kral. Ihn kennet jeder Wende an der Stirn Und bringt ihm jährlich seinen Zehnten willig, Der zu dem großen Schatz gesammelt wird, Der in des Stromes Tiefe ist versenkt, Der nur durch wohlvereinte Menschenkraft Ins fremde Bett gelenkt uns seine Kräfte schenkt Wenn wir vereint sind uns zu befreien. Brandenburg. So ist doch wahr die alte Bauernsage Vom Wendenkönig, dem sie heimlich dienen. Kral. O euer Vater starb zu früh für euch, Er wußte mehr von diesem Wendenkönig Schon damals, als er noch als Kurprinz kam Von Holland zu dem wüsten Vaterland, Verrathen von des schwachen Vaters Dienern, In Kaisers Haft durch Schwarzenbergs Soldaten, Da sucht er auf den unbekannten König Um treues zuverlässges Volk zu werben. Brandenburg. Und hat er damals dich in Dienst genommen? Kral. Er hat uns treue Dienste nicht gelohnt, Er konnte nicht erfüllen was er schwur, Er starb zu früh für seine fernen Pläne. O dieser Tag, er schwebt mir vor der Seele, Als er dem Wendenleben mich entrissen Und mich aufs Pferd gebracht und in die Schlacht. Es war zur Neuzeit, alle Welt voll Duft, Und alle Wasser voll beladner Kähne. Der Vater war verreist um Streit zu schlichten, Ein alter Oheim war gesetzt ins Haus Um mich und das Geheime zu bewachen, Er wachte sorgsam auf dem warmen Ofen Indessen ich ins Heu gefahren war. Ich wende just das Heu, da bellt der Hund Der an der Blitzschlageiche liegt gekettet, Ich spring ins Schiff, seh einen fremden Kahn, Ich geh ins Haus, seh einen fremden Mann, Den ich beim ersten Blick ans Herz möcht drücken, Doch winket mir der Oheim von dem Ofen, Daß ich mich fern von ihm im Winkel halte. Die Schwester mußte süße Milch ihm bringen, Er rühmte sie und sah sie freundlich an, Das Mädchen rannte Blumen ihm zu holen, Er reichte ihr dafür ein Bernsteinkettchen, Nun bittet er die Schwester, daß sie zeige Haus, Stall und Vieh, was man dem Bräutigam Nur gönnt, da schelte ich auf Wendisch laut, Der Kurprinz frägt was ich so wild gesprochen, Da springt der Alte auf von seinem Ofen Und thut als ob er mich recht tüchtig schlage, Er nennt mich einen Knecht, Er weiset mich zur Stubenthür hinaus, Ich geh, weil er des Vaters Stelle hütet, Kaum bin ich draußen, packt mich grimmer Zorn. Ich reiße mir die Kleider von dem Leib, Ich greif mein Horn und platz es auf mit Blasen, Doch hatten es die Nächsten schon gehört Und bliesen weiter bis zur deutschen Grenze. In einer Stunde waren Hunderte von Kähnen Mit Männern angelandet, und der Kurprinz, Der ruhig auf der Bank geschlummert hatte, Ward endlich von den vielen Stimmen wach Und sah die Fenster dicht bedrängt mit Leuten, Gleich riegelte er zu die eichne Thüre, Mit einer Hand zog er den Degen schnell, Griff mit der andern nach der Schwester Haaren Die schreckensvoll auf ihre Knie sank, Und drohte ihr den Tod wenn wir nicht wichen, Wenn wir nicht freien Abzug ihm gewährten. Der alte Freund kroch nieder von dem Ofen Und zitterte und konnte gar nicht reden, Ich wüthete und wußte keinen Rath Und unsre Leute ließen kaum sich halten, Wenn es gleich Tod der lieben Schwester brächte - Den Fremden für die Kühnheit zu bestrafen Und für den Ärger, daß sie bei dem Heu gestört. Da kommt mein Vater von der Reise an, Durch Gottes Stimme innerlich gemahnt, Er ruft schon aus der Ferne uns zur Ruhe Und treibt die Leute von den Fenstern fort, Dann läßt der Kurprinz ihn ins Zimmer ein, Er spricht geheim mit ihm wohl eine Stunde. Da wurden große Dinge angesponnen, Sie hatten beide früher sich gekannt, Mein Vater gab mich ihm als Geißel mit Daß er sein Wort der Hilfe wolle halten. SO kam ich in die Nähe eures Vaters Und konnte nimmer wieder von ihm lassen. Wir hielten ihm, was wir geschworen hatten Und gaben tausend sichre Leute ihm, Als nach dem Tod des Kurfürst, Schwarzenberg Die Mark gewinnen wollte für des Kaisers Macht, Sie schützten euren Vater gegen Morden, Sie hieben Schwarzenberg den Kopf vom Rumpfe Ganz heimlich, nähten ihn auch wieder an Daß er verdachtlos in die Erde kam. Uns hielt er aber nicht was er gelobt, Ich lernte fleißig ritterliche Übung, Doch brachte er den Vater nicht zu Ehren, Vielmehr besetzte er so streng das Land Daß wir den Muth verloren uns zu regen, Ich blieb am Hof, um Strenge abzuwenden Wenn unser Völkchen Widerstand gezeigt. Brandenburg. Gleich einem Wunder faßt mich die Geschichte, Ich wills nicht glauben und ich muß doch glauben. Hessen. Was Großes hat der Alte stets im Wesen Voraus gehabt vor allen unsern Leuten. Schaff meinem Freund das Land und mir die Braut, So wollen wir dich gern als König ehren. Kral. Ihr spielet Herr, mit einem großen Wort Und reift zur That was ihr nicht habt gesäet, Was ich euch hier vertraut, das müßt ihr schwören Bei diesem Schwert das uns darauf gebracht, Soll ein Geheimniß bleiben für uns dreie. Brandenburg. Dir genügt mein Wort. Hessen. Auch ich geb Fürstenwort. SW20 1848 Version